Wickeln ist Fürsorge – für heute und morgen

Direkt nach der Geburt und in den ersten Lebensjahren sind körperliche Nähe und Wärme für Kinder der Inbegriff von Schutz und Geborgenheit. Schlafen, Essen, sich Beruhigen, beschützt und sauber zu sein - all das passiert direkt auf dem Arm oder ganz nah bei den Eltern.

Momente der Geborgenheit beim Wickeln

Diese pflegerische Seite des Elternseins nimmt nicht nur im Tagesablauf viel Zeit in Anspruch, sie ist auch zentral für die Eltern-Kind-Beziehung. Auch wenn das Thema Körperhygiene beim Wickeln im Vordergrund steht, geht es um viel mehr, als nur sauber zu sein. Wie Essen und Einschlafen sind die Zeiten am Wickeltisch wesentliche Momente der Vertrauensbildung und des Beziehungsaufbaus. Nicht nur für das Kind; auch für die Eltern. Deswegen messen Eltern der Wahl von Hygiene- und Pflegeprodukten verständlicherweise eine hohe Bedeutung zu.

Eine Last für die heranwachsende Generation

Welche Windelsysteme man nutzt, ist letztlich eine Vertrauensfrage, bei der es um Sicherheit und Komfort für das Kind geht. Zugleich enthalten aber Einwegwindeln Plastik und Absorber und sind nicht biologisch abbaubar. Vermutlich brauchen sie mehrere hundert Jahre bis sie zersetzt werden; aber genau weiß man es nicht, denn seit Erfindung der Wegwerfwindel vor nur 60 Jahren ist noch keine einzige verrottet.

Aktuelle Klimafragen und gerade „Fridays for Future“ macht uns bewusst, dass unsere Kinder nicht ewig klein sein werden. In wenigen Jahren stellen sie als Heranwachsende ganz gezielte, wichtige, vor allem aber auch berechtigterweise kritische Fragen: Wie haben wir es eigentlich mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehalten als ich klein war?

Komfort und Verantwortung

Wegwerfwindeln sind heute ein nicht wegzudenkender Baustein des modernen Lebens. Und auch bei wiederverwendbaren Stoffwindeln stellt sich genau dieselbe Frage nach der Häufigkeit des Wechselns – allerdings vor dem Hintergrund des Waschens, Wasserverbrauchs und der zugesetzten Waschsubstanzen.

Wie also kann man das Beste für sein Kind wählen und zugleich die natürlichen Ressourcen im Rahmen der eigenen Möglichkeiten schonen?

Fakt ist nämlich auch, dass der Windelverbrauch über die letzten Jahrzehnte explodiert ist, ohne dass sich die körperliche Beschaffenheit der Säuglinge und Kinder verändert hätten. Unsere Einstellung und Bewertung von Komfort und Qualität aber schon.

Austausch und Inspiration

Warum und wann braucht man Windeln und wie viele braucht man eigentlich pro Tag? Dieses Thema möchte Kindoh mit jungen Familien diskutieren und bearbeiten, und lädt deswegen mit dem „Kindoh Eltern Treffen“ in Berlin zu einem monatlichen Austausch ein.

Denn je besser Bedürfnisse und Nutzung bekannt sind, desto optimaler können Produkte eingesetzt und Hinweise zur ganz individuellen Optimierung gegeben werden. Das beginnt bei der Handhabung der Windeln, den Gelegenheiten und Momenten, Windeln zu wechseln, dem Wissen, wie lange eine Windel getragen werden kann oder eben auch den Verbrauch durch Alternativen gezielt zu reduzieren.

Es ist zum Teil sehr gut vorhersehbar, wann Babies und Kleinkinder auf die Toilette müssen. In diesen Momenten kann man den Kindern auch in einem modernen Großstadtalltag kindgerecht und völlig ohne Druck das Töpfchen oder die Toilette anbieten. Und all das, ohne dass das Kind bereits trocken ist oder auch nur mit „Töpfchentraining“ begonnen haben muss.

Am 1. Juli von 11 bis 12 Uhr lädt Kindoh Eltern mit ihren Kindern zu einem Treffen und Austausch rund um Windeln und Wickeln ein. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldung erbeten, die Plätze sind begrenzt.

 

 Autorin:

Caroline Helbing ist zertifizierter GoDiaperFree Coach und Gast-Referentin im Kindoh Eltern Treffen am 1. Juli.